S. ist ein flaches Senkungsgebiet, das landeinwärts wenig ansteigt u. im SO 400 m Höhe erreicht. Bei Cap Vert bilden vulkanische Gesteine (Basalt) eine Steilküste. S. liegt im Bereich wechselfeuchten Tropenklimas im S u. tropischen Trockenklimas im N. Die jährliche Niederschlagsmenge nimmt von 1200 mm auf rd. 300 mm ab, u. entsprechend wandelt sich das Vegetationsbild von der Feuchtsavanne im S zur Trocken- u. Dornsavanne im N. Klimatisch begünstigt ist die Küstenzone, die infolge der Abkühlung durch den Kanarenstrom insgesamt niedrigere u. ausgeglichenere Temperaturen aufweist als das Landesinnere.
Die Landwirtschaft liefert in erster Linie Erdnüsse sowie Palmprodukte, Baumwolle, Hirse, Bohnen, Maniok, Reis, Kartoffeln u. Mais. Erdnüsse u. Erdnußprodukte sind mit 12% am Gesamtausfuhrwert beteiligt. Die Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen, Geflügel) hat vor allem im N Bedeutung; sie wird von nomadisch lebenden Fulbe u. Mauren betrieben. Rd. ein Viertel des Landes ist Wald, der aber nur zur Gewinnung von Gummiarabikum, Brennholz u. Holzkohle genutzt wird. Wichtig ist die Küstenfischerei (Austern, Garnelen, Langusten) u. die Binnenfischerei am Senegal u. a. Flüssen. Fisch- u. Fischereierzeugnisse stellen rd. ein Viertel der Gesamtausfuhr. - Als bedeutender Bodenschatz kommt Phosphat vor, das im Tagebau gewonnen wird, u. Aluminiumphosphat (westl. von Dakar). Das Phosphat wird seit 1984 im Land selbst zu Kunstdünger u. Phosphorsäure verarbeitet. Die im Ausbau begriffene Industrie liefert Agrar- u. Fischfangprodukte u. neben Kunstdünger, Erdölprodukte u. Zement auch Fertigwaren in Form von Textilien, Leder- u. Kunststoffartikeln, Pharmazeutika, Metallwaren u. a.
Das Streckennetz der Eisenbahn beträgt rd. 1100 km. Knotenpunkt des im W gut ausgebauten Straßennetzes ist die Hptst. Dakar. Der O ist wenig erschlossen. Von rd. 1400 km Straßen stehen nur 4000 km ganzjährig zur Verfügung. Der Binnenschiffahrt auf dem S. kommt erhebl. Bedeutung zu, bes. in der Regenzeit. Dakar ist der zweitgrößte u. modernste Seehafen in Westafrika; nördl. der Stadt befindet sich der modernste westafrikan. Flughafen (Yoff), der ein Knotenpunkt im interkontinentalen Luftverkehr ist.
Das heutige Staatsgebiet gehörte im MA als Einflußzone zunächst zum Königreich Ghana, dann zu Mali. Bald nach der Blütezeit des Mali- Reichs Ende des 14. Jh. entdeckten portugies. Seeleute die senegalesische Küste u. gründeten Niederlassungen. Im 16. Jh. folgten den Portugiesen Niederländer, später auch Franzosen als Händler. Schon 1633 erhielt eine Kaufmannsgilde aus Rouen von Richelieu ein Monopol für den Handel mit S., u. 1638 wurde die Handelsniederlassung Saint- Louis gegründet. Gegen europ. Manufakturwaren wurden den einheim. Fürsten Sklaven abgekauft, die gegen Rum u. Zucker auf die Antillen als Plantagenarbeiter weiterverkauft wurden. Die Kaufleute legten am Senegallauf mehrere kleine befestigte Stützpunkte an. Der Besitz Senegals wechselte mehrmals, bis Frankreich sich 1791 endgültig gegen seine Rivalen behaupten konnte. Für Frankreich wurde die Kolonialherrschaft in Senegal zum Modell; nach den hier gemachten Erfahrungen wurde der spätere Kolonialbesitz in Afrika organisiert. Als im 19. Jh. der Sklavenhandel verboten wurde, stellten sich die französ. . Kolonisten auf den Erdnußanbau um. Der Gouverneur L. Faidherbe (1854 -1865) dehnte den französ.. Besitz in S. noch aus u. beendete den Streit einheim. Königreiche. 1857 ließ er Stadt u. Hafen Dakar anlegen. Die zahlreichen Neuerwerbungen in Westafrika faßte Frankreich 1895 zum Generalgouvernement Französisch- Westafrika zusammen, dem S., Sudan, Guinea u. die Elfenbeinküste angehörten, später kamen Obervolta, Dahomey, Mali u. Mauretanien dazu. Anfang des 20. Jh. entstand zuerst hier in Westafrika unter den Intellektuellen S. s ein schwarzafrikan. Nationalismus. Zum Führer der Unabhängigkeitsbewegung in S. wurde L. S. Senghor. Er prägte den Begriff "Négritude", mit dem die kulturelle Eigenart Schwarzafrikas gegenüber der Kultur der Weißen bezeichnet wird. 1948 trat er aus der französ. . Sozialistischen Partei aus u. gründete eine eigene Partei, den "Bloc Démocratique Sénégalais". Als 1958 den einzelnen Staaten Französisch-Westafrikas Autonomie gewährt wurde, wurde S. Republik innerhalb der Französ. Gemeinschaft. 1959 wurde es mit Französisch- Sudan zur Mali- Föderation zusammengeschlossen, diese aber brach bereits ein Jahr später auseinander, als S. wegen der großen kulturellen Gegensätze aus der Föderation austrat u. unabhängig wurde (1960). Senghor, die Symbolfigur für das Erreichen der Unabhängigkeit, war 1960-1980 Staatspräsident. Sein Nachfolger wurde Premier- Min. A. Diouf. 1982-1989 hatten sich die beiden Staaten S. u. Gambia unter dem Namen Senegambia zu einer Konföderation zusammengeschlossen. 1983, 1988 u. 1993 wurde Diouf erneut zum Staats- Präs. gewählt. Seit den Wahlen im April 2000 regiert Abdoulaye Wade das Land.
Nach der mehrmals revidierten Verfassung vom 7. 2. 1963 ist Senegal eine präsidiale Republik. Der Staatspräsident, die bestimmende Figur im polit. Leben des Landes, wird (auf Grundlage einer Verfassungsänderung von 1991) für eine Amtszeit von 7 Jahren direkt vom Volk gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich. Neben der Funktion eines Staatsoberhauptes stehen dem Präsidenten eine Reihe von entscheidenden Rechten zu. So ernennt u. entläßt er den Premier- Min. Außerdem ist er Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Das Einkammerparlament besteht aus 120 vom Volk für 5 Jahre gewählten Abgeordneten. Die Gesetzgebungsvollmachten des Parlaments werden durch legislative Befugnisse des Staatspräsidenten stark eingeschränkt. Die maßgebliche Partei ist die Regierungspartei Parti Socialiste Sénégalais (PSS). Wichtigste Oppositionspartei ist der liberal- nationalist. Parti Démocratique Sénégalais (PDS). Das Gewerkschaftswesen wird von der Confédération Nationale des Travailleurs Sénégalais (CNTS) bestimmt. Das Gerichtssystem ist dreistufig gegliedert. Den erstinstanzl. Gerichten sind Geschworenengerichte u. ein Appellationsgerichtshof übergeordnet.